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3. transalpines Architekturlabor
(Radstadt, Österreich), Vortrag & Workshop, 2008

Programm: Vortrag, Workshop
Partner: Das Zentrum, Radstadt (A)
Technische Universität, Graz (A)
Prof. Joost Meuwissen
University of Wisconsin, Milwaukee (USA)
Prof. Christine Scott-Thomson
Mitarbeit: Karin Dobbler, Daniela Allmeier
Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die Entschei-dungsfindungsprozesse in kleineren Gemeinden und deren Zusammenhänge auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, sowie deren Auswirkung auf räumliche Entwicklungen und die lokale Gesellschaft.

In welcher Weise beeinflussen die politischen Entscheidungs-träger, deren Netzwerk, Organisationsstruktur sowie persönlichen Werte den Entscheidungsprozess bei räumlichen Entwicklungen von Gemeinden?

Anhand eines Pilotprojektes wurden 2 Gemeinden vergleichbarer Größe und Bedeutung gegenübergestellt werden: Radstadt im Bundesland Salzburg als mittelalterliche Stadt und Zentrum des größten zusammenhängenden österreichischen Tourismus-gebietes, der "Salzburger Sportwelt Amadé", und Mukwonago in Wisconsin (USA), ca. 2 Stunden nördlich von Chicago, als Teil jenes "Counties" (Waukesha) mit der raschesten Ausdehnung.

Das prozessorientierte Studienprojekt entstand in mehreren Ebenen parallel in beiden Testgemeinden/regionen: In einer ersten Phase wurden einerseits örtliche Gegebenheiten, andererseits die Entscheidungsprozesse und deren Auswirkungen auf räumliche Strukturen analysiert. In der zweiten Phase wurden spekulative Szenarien an beiden Testorten erstellt, die in einer dritten Phase via webbasierter, speziell adaptierter und entwickelter Kommuni-kationsplattform mit den Entscheidungsstrukturen verknüpft wurden. In einer parallel laufenden Ausstellung in Radstadt und Mukwonago kann in einer vierten Phase Öffentlichkeit weniger durch einen traditionell partizipatorisch-demokratischen Prozess eingebunden werden, der unweigerlich zu einer Nivellierung nach unten führen würde: vielmehr wird das Ergebnis nicht zuletzt durch die Verknüpfung über zeitgemäße Kommunikationsmittel generiert, wodurch das Resultat zwar moderiert, jedoch zu einem gewissen Teil unvorhersehbar bleibt – ein Prozess, den wir "Design Management" nennen.

Interessensgruppen auf beiden Seiten, aber auch die Bevölkerung oder Schülergruppen konnten die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf regionale, räumliche Strukturen testen, wobei sowohl Szenarien als auch Entscheidungsstrukturen über die Kommunikationsplattform zwischen dem österreichischen und dem us-amerikanischen Mechanismen interaktiv erfahrbar sind. Nicht zuletzt wird einem Unterhaltungswert bzw. Spaßfaktor sowohl bei der Projekterstellung, besonders aber für die eingebundenen user Bedeutung geschenkt.